Seit über 36 Jahren besuchen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach die Partnerstadt Selles-sur-Cher. In dieser Zeit sind aus Kameraden und deren Familien Freunde geworden; dies war am letzten Wochenende im November wieder einmal deutlich spürbar. Was aus einem einzigen Funkspruch vor vielen Jahren entstanden ist kann sich sehen lassen!
Damals suchte eine Gemeinde aus Frankreich eine Partnerstadt in Deutschland.
"PARTNERSTADT AN DER MOSEL GESUCHT-
Welche Stadt möchte sich mit Selles-sur-Cher verschwistern?"
... so lautete die "Kontaktanzeige" per Funk des stellvertretenden Bürgermeisters von Selles-sur-Cher, Herrn Lionel Venon am 29. Juni 1988.
Seinem Wunsch eine Partnerstadt zu finden, seiner Begeisterung für die Kunstsprache ESPERANTO und den Amateurfunk ist es zu verdanken, dass diese Partnerschaft zustande kam. Bürgermeister Alois Weber und Studiendirektor Lutz Reichardt reagierten noch am gleichen Tag und bekundeten ihr Interesse daran, diese Stadt in Frankreich kennenzulernen.
Und so kam auch die Feuerwehr mit ins Boot. Sprachliche Barrieren waren dabei nicht wichtig, es zählt das gemeinsame Interesse am Feuerwehrwesen und das gemeinsame Engagement in der Hilfe für Menschen, die in Not geraten sind. So sind regelmäßige Arbeitstreffen eine tragende Säule unserer Partnerschaft geworden. Auch zum St. Barbara-Fest der Feuerwehr Selles-sur-Cher 2025 war eine Abordnung Ende November wieder zu Gast in Frankreich.
Am letzten Wochenende im November wurde zum wiederholten mal eine Klausur bei den Kollegen in Frankreich abgehalten. Diese Zusammenkunft, der aktive Austausch und das Kennenlernen und Vertiefen unserer Freundschaft ist hier ein wichtiger Beitrag für das Fortführen unserer Partnerschaft. Junge deutsche und auch französische Kollegen lernen aktuelle Feuerwehrtechnik außerhalb ihres eigenen Landes kennen; einen Blick über den Tellerrand hinaus der besonderen Art. Gemeinsame Projekte werden fortgeführt und Weichen für die Zukunft gestellt. Und das Alles mit großer Unterstützung auch durch den Deutsch-Französischen Bürgerfond. Der diese Projekte schon seit einigen Jahren mitfinanziert. Dafür gebührt der Organisation ein besonderer Dank nicht nur für den finanziellen Zuschuss, sondern auch für die aktive Unterstützung in vielen Bereich der Förderung der Deutsch Französischen Partnerschaft.
Ein interessantes Programm wurde gemeinsam mit den Kollegen in Frankreich über das Wochenende gestaltet.
Ein Rückblick auf das gemeinsame Treffen im Oktober in Deutschland sowie weitere Planungen für die kommenden Jahre wurden abgesprochen. Gleichzeitig konnten wir bei der offiziellen Präsentation, der In Dienststellung der Jugendfeuerwehr Selles-sur-Cher zu Gast sein. Elf Jugendliche wurden offiziell zu Mitgliedern der Jugendfeuerwehr ernannt.
Im Rahmen des Aufenthaltes wurden auch die verheerenden Brand-Szenarien im Sommer 2025 im Departement 41 nachbesprochen. Hier waren auch deutsche Einheiten aus Rheinland-Pfalz zur Unterstützung im Einsatz. Optimierte Konzepte der Feuer Frankreich wurden in Augenschein genommen und die französischen Kollegen waren sehr interessiert an den geplanten Veränderungen im Konzept der Feuerwehr auf deutscher Seite.
Auch kamen die Feuerwehren zur offiziellen Zeremonie unter Anteilnahme der Bevölkerung sowie Vertretern der kommunalen und regionalen Politik zusammen. Unter freiem Himmel wurden Kameraden befördert, ehe es zur gemeinsamen Kranzniederlegung mit französischen und deutschen Kameraden am Denkmal in ging. Nachdem der Chef der Selloiser Feuerwehr, Capitain Luc Waluszka, seinen Jahresbericht vorgestellt hatte, gefolgt von Grußworten der Verwaltung und Vertretern des Kreises wurde in gemütlicher Runde kleine Häppchen mit einem Ehren-Drunk gereicht.
Ehemalige und Aktive der Feuerwehre Selles sur Cher sowie viele uns bekannte Gesichter waren anwesend.
Über 774 Einsätze wurden bis Ende November von den Kollegen aus Selles sur Cher, mit einer Mannschaft von 36 Personen abgearbeitet. Dies ist eine beachtliche Leistung!

Am späten Abend wurde dann im Festsaal von Selles-sur-Cher gefeiert.
Der Sonntag galt der Erkundung der Region und wurde von den französischen Kameraden organisiert. Nach einem Besuch auf dem Friedhof in Selles sur Cher, in Gedenken an die schon Verstorbenen Mitbegründer unserer Freundschaft besuchten wir das Schloss Château de Cheverny, mit einer interaktiven Ausstellung „die Welt von Tim und Struppi und deren Abenteuer“ erstellt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Hergé. Eine Kellerbesichtigung mit einem gemeinsamen Essen am Golfplatz rundete den Nachmittag ab. Am Abend wurde in einer Gemütlichen Runde das tolle Wochenende ausklingen gelassen. Pläne für 2026 wurden geschmiedet und in alten Fotos, der vergangenen fast 40 Jahren gestöbert.
Abschließend wurde unserem Kamerad Gerd Litzenburger, ehemaliger Wehrleiter der Verbandsgemeinde Traben Trarbach und seiner Gattin im Besonderen gedankt. Seit über 33 Jahren waren beide aktiv im Organisationsteam auf deutscher und französischer Seite tätig. Für diese besondere Leistung wurden Gerd und Inge unter großem Beifall eine bleibende Erinnerung in Form eines französischen Feuerwehrhelms überreicht.
Natürlich werden Beide der Partnerschaft erhalten bleiben- aber ein wenig werden sie sich aus der Organisation zurücknehmen, so Gerd.

Bei Zwiebelsuppe und rustikalen Speisen wurde der Abend auf der Feuerwache gebührend beendet, ehe es am Montagmorgen auf die Heimreise nach Traben-Trarbach ging.
Allen „alten und neuen Organisatoren“ im Team, allen Teilnehmern und Unterstützer der Partnerschaft gilt hier ein großes Dankeschön für die aktive Teilnahme, für euer Engagement an einer Reise der besonderen Art.
Schon heute freuen wir uns auf ein Wiedersehen in 2026.



