Moselfränkische Mundartführung St. Aldegund

Wie aus St. Aldegund „Bugramm“ wurde


Ein besonders tiefer Einblick in die Geschichte des Ortes St. Aldegund bot sich den Gästen, die Gerhard Schommers am vergangenen Samstag durch Gebäude und Gassen führte. Der Förderverein für Ehrenamt und Kultur hatte dazu eingeladen und rund 30 Interessierte waren dabei.

Der St. Aldegunder Gerhard Schommers begrüßte die Gäste am Moselufer und erörterte zunächst die Besonderheit, dass der Ort über zwei Kirchen und 3 Ortsnamen verfüge.

Erste Station des Rundganges in St. Aldegunder Mundart war zunächst aber die Pfarrkirche St. Bartholomäus, die zwischen 1870 und 1872 im neugotischen Stil erbaut wurde. Seinerzeit waren alle Haushalte im Dorf dazu verpflichtet worden, vom örtlichen Steinbruch Schiefer zum Kirchenbau zu transportieren. Nachdem in den 70er Jahren die damalige Neugestaltung des Innenraums zur Folge hatte, dass die Malereien weiß überstrichen wurden, kam es im Jahr 2005 zu einer Sanierung, Freilegung und Restaurierung der historischen Ausmalung.

Schommers zeigte den Teilnehmenden auch die zahlreichen Winzerhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert, deren Substanz sich größtenteils in sehr gutem Zustand befindet. Am Bugramm-Platz lüftete er dann das Geheimnis um den Namen des Platzes und des Ortes: Da St. Aldegund Anlege- und Handelsplatz war, befand sich am Moselufer ein Anlegeplatz für die Moseltransportschiffe, der aus einer Wand eingerammter starker Pfähle bestand, der „Ramm“ genannt wurde. Wenn der Schiffer also rief „Bug Ramm“, legte die Schiffe an und die St. Aldegunder halfen dabei, die Gefährte an Land zu ziehen. Noch heute lautet der Karnevalsruf im Ort „Bugramm Ahoi“.

Die erstmals im Jahr 1144 urkundlich erwähnte romanische Kirche „St. Bartholomäus“ unterhalb der Weinberge sollte ursprünglich einmal abgerissen werden. Sie wurde jedoch auf Wunsch der Ortsbewohner erhalten, sie wurde allerdings entweiht, als die neue Pfarrkirche am Moselufer fertiggestellt wurde. Mit Hilfe der Eheleute Irene und Peter Ludwig (Museum Ludwig), die an der Ostseite der Kirche beigesetzt sind, wurde das Gebäude in den 70er Jahren saniert und steht seit 1971 auch wieder als Gotteshaus zur Verfügung, aber auch kulturelle Veranstaltungen finden dort statt.

Zum Abschluss waren die Gäste noch zu einem kleinen Umtrunk eingeladen. Bürgermeister Marcus Heintel, Vorsitzender des Fördervereins für Ehrenamt und Kultur der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, dankte Gerhard Schommers für den tiefen und interessanten Einblick in die Geschichte St. Aldegunds. „Um solche interessanten Dinge zu erfahren, muss man in die Orte rein, statt nur mit dem Auto durchzufahren“, resümierte er.

Foto: „Die von Gerhard Schommers geleitete Gruppe am „Bugramm-Platz“ in St. Aldegund“

Quelle: Marcus Heintel, Förderverein für Ehrenamt und Kultur der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach

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